Oekumene, Bericht von Bischof i.R. Hanspeter Nydegger

Die Arbeitsgemeinschaft Oekumene der Kirchen im Kt. Bern umfassen 6 Kirchen:

Reformierte, Römisch-Katholische, Christkatholische, Evangelisch-Lutherische, Evangelisch-Medthodistische und die Heilsarmee.

Die Neuapostolische Kirche hat als Mitglied den Gast-Status, sie wird vertreten durch Bischof i.R. Hanspeter Nydegger.

 


Einleitung
Die Neuapostolische Kirche ist seit einigen Jahren Mitglied im Gast-Status bei der √∂kumenischen Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Bern (AKB),  welcher als Vollmitglieder die Ref. Kirchen BE/JU/SO,  die R√∂misch-kath. Kirche, die Christkatholische Kirche, die Evangelisch-Lutherische Kirche, die Evangelisch-methodistische Kirche  sowie die Heilsarmee angeh√∂ren. Die NAK-Vertreter sind Apostel Meier Bernhard  und Bischof Nydegger Hanspeter, welcher letzterer auch nach seiner Pensionierung im Jahr 2006 bis Ende 2007 diese Funktion noch wahrnimmt. Die AKB tritt sich f√ľnfmal pro Jahr an verschiedenen Orten des Kantons. In diesem Jahr hat in Sinne der aktiven Mitarbeit und als gute Nachbarin  f√ľr einmal  die Neuapostolische Kirche zur Versammlung eingeladen. Der vorgeschlagene Ort ausserhalb des Kantons Bern, n√§mlich unsere neue Kirche mit der speziellen Architektur in Zuchwil-Solothurn, war den AKB-Mitgliedern willkommen.

Zusammenkunft in Solothurn
Die AKB-Versammlung fand am 15. August 2007statt. Apostel Meier heisst die Kirchenvertreter herzlich willkommen und h√§lt eine kurze, musikalisch umrahmte Andacht. Im Laufe der Versammlung vermittelt er einige Kurzinformationen zum bald erscheinenden  Katechismus der Neuapostolischen Kirche; er und Bi i.R. Nydegger beantworten sp√§ter auch Fragen aus dem Kreise der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Kirchen. Die AKB hatte bereits fr√ľher den Wunsch deponiert, einige Informationen √ľber Organisation und Lehre der Neuapostolischen Kirche zu erhalten. In Form eines Kurzvortrages hat Bi i.R. Nydegger dann diesem Wunsch entsprochen. Nachfolgend eine sichtwortartige und gek√ľrzte Version seiner Ausf√ľhrungen.

Organisation
Weltweit rund 11,2 Mio Mitglieder. Alle Kontinente. Umfassend ca. 65'000 Gemeinden. Weltweit ca. 350 aktive Apostel, deren Haupt Stammapostel Wilhelm Leber aus Hamburg ist. St√§ndiger internationaler Sitz: Z√ľrich.
Gebietskirche Schweiz: ca. 35'000 Mitglieder, aufgeteilt in ca. 600 Gemeinden. Leitung: Bezirksapostel Armin Studer, mit zwei Apostel und vier Bischöfen.
Kanton Bern: 44 Gemeinden mit ca. 6600 Mitgliedern.

Struktur einer Gemeinde 
Gemeindevorsteher mit Priestern und Diakonen (Anzahl je nach Gemeindegr√∂sse). Schwerpunkte: Gottesdienst und Seelsorge. Vier Unterrichtsstufen f√ľr Kinder. Spezielle Jugendbetreuung- und Aktivit√§ten.  Ch√∂re. Musik. Senioren-Aktivit√§ten, Zusammenk√ľnfte f√ľr Singles. Sozialer Beratungsdienst.

Schwerpunkte  und Aspekte der Glaubenslehre
Grundlage ist das Evangelium Jesu. Im deutschsprachigen Raum Europas gilt die Luther-Bibel, Ausgabe 1984. Seit den Anf√§ngen um 1830 wird die NAK von Apostel geleitet. Die NAK ist eine Geschichte der Apostel und ist folglich eine apostolische Kirche. Die reine Privatisierung des Glaubens, wie sie bei anderen christlichen Kirchen zu finden ist, ist nach dem Vorbild der Urkirche nicht m√∂glich.  F√ľr sie ist das Apostelamt eine dauerhafte Institution bis zur  Wiederkunft Christi, der in unserer Zeit fast vergessenen Verheissung Jesu. Das rechtfertigt die Wiederherstellung des Apostelamtes.
Sakramente: Wassertaufe + Geistestaufe (Versiegelung) + Abendmahl.
Segensspendungen: Konfirmation, Trauung, SH, GH, DH und EH.
Seelsorge: Jede Familie, jede alleinstehende Person  und jedes Jugendliche hat einen pers√∂nlichen Seelsorger.

Mitglieder der Neuapostolischen Kirche
Die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche sind, wie unsere Mitmenschen auch, B√ľrger dieses Landes und werden von der Kirchenleitung angehalten, als verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft ihre Leben zu f√ľhren und  entsprechend Pflichten und Verantwortung zu √ľbernehmen. Die m√§nnlichen Mitglieder leisten Milit√§rdienst bzw. nehmen die allgemeine Wehrpflicht wahr. Die neuapostolischen Christen betrachten sich als Teil des Volkes und haben keinen besonderen Status, m√∂chten aber aufgrund der durch die Verfassung unseres Landes gew√§hrten Glaubensfreiheit als freie Christen wahrgenommen werden.

Das Verh√§ltnis der NAK zur √Ėkumene
Seit Jahren f√ľhrt eine von der internationalen Kirchenleitung beauftragte Projektgruppe (PG) regelm√§ssige Gespr√§che mit den √∂kumenischen Arbeitsgemeinschaften in den L√§ndern Deutschland, √Ėsterreich und Schweiz. Dieser Austausch hat einen Prozess ausgel√∂st und bewirkt, dass  bestehende Missverst√§ndnisse und Falschinformationen eliminiert werden konnten. Es gibt Ann√§herungen, die von gegenseitiger Achtung gepr√§gt sind. Dieser Prozess ist noch in vollem Gang. In der Schweiz spricht die PG regelm√§ssig mit der Delegation der AGCK-CH, der Arbeitsgemeinschaft auf Landesebene. Die Beteiligungsm√∂glichkeiten der NAK an √∂kumenischen Veranstaltungen sind:
- Teilnahme an ökumenischen Veranstaltungen wie Adventsfeiern usw.
- Grusswort des jeweils anderen Geistlichen an Trauungen und Trauerfeiern.
Gemeinsame Gottesdienste im Sinn der √ĖKUMENE  sind nicht m√∂glich.
Lasst mich meinen Kurzvortrag mit den Worten von Herrn Dr. Andreas Fincke von der Evangelischen Zentralstelle f√ľr Weltanschauungsfragen in Berlin, die er im Oktober 06 in einer Info-Brosch√ľre √ľber die NAK geschrieben hat, beenden:
‚ÄúIn j√ľngster Zeit ist viel Bewegung in die NAK gekommen. Man denkt neu √ľber das Verh√§ltnis zu den √∂kumenischen Kirchen nach. Wohin der Weg f√ľhrt, kann derzeit noch nicht abschliessend beurteilt werden. Die Entwicklung ist jedoch verheissungsvoll.‚Äú          August 2007,        Bericht Hanspeter Nydegger

Bearbeitet: Kathrin Schäper, 21.08.2007

letzte Aktualisierung: 04.01.2010 NAKweb - Netzwerkstatt GmbH - Bern